In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt kam es am vergangenen Montag zu einer folgenschweren Explosion, bei der es auch Schwerverletzte gab. In einem Mehrfamilienhaus im Erfurter Dichterviertel kam es in der Reichartstraße in der dritten Etage zu einem großen Knall, dem eine Druckwelle folgte und anschließend lebensbedrohliche Rauchwolken aufstiegen. In einer Wohnung strömte Propangas aus, welches die Explosion und das Feuer auslöste. Die Rettungsstelle bekam den Alarm um genau 16.40 Uhr angezeigt und bereits nach vier Minuten waren die Einsatzkräfte vor Ort. Zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr, die mit zwei Drehleitern ausgestattet sind und 26 Feuerwehrmänner bekämpften den Brand. Aus der dritten Etage des Wohnhauses, in dem das Feuer entstand, wurden eine Frau mit schwersten und ein Mann mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen gerettet. Insgesamt waren vier Rettungsdienstwagen mit voller Besetzung und drei Notärzte am Unglücksort, um die Verletzten mit Erste Hilfe Maßnahmen zu versorgen.
Der Polizeisprecher Manfred Etzel gab gegenüber der Presse bekannt, dass die Explosion und das Feuer durch einen Gasgrill entstanden. Der Mann wollte in seiner Wohnung einen Gasgrill ausprobieren und durch eine Fehlbedienung kam es zu dem folgenschweren Unglück. Mehr als 100.000 Euro beträgt der Schaden. Durch das Feuer wurden bei dem Eckhaus beide Wohnungen in der besagten Etage zerstört und auch das ausgebaute Dachgeschoss fiel den Flammen komplett zum Opfer. Sogar einige Teile der Fassade fielen noch während der Löscharbeiten auf die Erde. Voller Entsetzen sahen die Bewohner aus der Nachbarschaft das Unglück. Zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr trafen noch zwei Freiwillige Feuerwehren ein, die bei der Sicherung des Gebäudes ihre Kameraden unterstützten. Den Dienst in der Hauptwache übernahmen inzwischen vier weitere Freiwillige Feuerwehren. Sehr weiträumig sperrten die Beamten der Polizei die Unglücksstelle ab und so kam es zwangsläufig auch zum Erliegen des gesamten Straßenverkehrs zwischen der Schillerstraße und der Pförtchenbrücke, genauso mussten die Straßenbahnen ihre Fahrten einstellen.
Im Luisenpark landeten zwei Rettungshubschrauber, die in der Schillerstraße keinen geeigneten Landeplatz ausfindig machen konnten. In ihnen wurden die beiden Brandopfer in eine Spezialklinik nach Leipzig transportiert. Die neun- und zehnjährigen Kinder der Familie blieben unverletzt, sie hielten sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem anderen Zimmer der Wohnung auf. Allerdings standen die Kinder unter Schock und wurden vorsichtshalber im Helios-Klinikum aufgenommen. Ebenfalls befanden sich noch zwei weitere Personen im Haus, die sich jedoch unverletzt retten konnten. Der Leiter des Brandschutzamtes, Tobias Bauer sagte, dass das explosive Gasgemisch bereits über einen längeren Zeitraum entwichen sein muss, um solch eine ungeheure Detonation zu verursachen.
Die Feuerwehr warnt immer wieder in Rundfunk, Fernsehen und Zeitungen vor dem unsachgemäßen Gebrauch der Grills. Dennoch kommt es jedes Jahr aufs Neue zu schweren Unfällen mit den Grills. Die Warnungen der Feuerwehr und der anderen Experten sollte man nicht einfach in den Wind schlagen, sondern beherzigen, so kann man viel Schaden vermeiden.
